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Chronische Nesselsucht - was tun?

Eine der häufigsten Hauterkrankungen ist die Nesselsucht. Etwa jeder fünfte Bundesbürger macht wenigstens einmal im Leben eine Nesselsucht durch.

Woran erkennen Sie die Erkrankung?

Was ist chronische Nesselsucht?

Bei einer Nesselsucht zeigen sich Schwellungen der Haut, die eine Rötung umgibt. Diese Hautschwellungen nennt man Quaddeln. Da sie aussehen, als hätte man eine Brennnessel berührt, heißt die Erkrankung Nesselsucht oder Urtikaria. Weitaus unangenehmer als die Quaddeln empfindet der Betroffene das Jucken, Stechen, Brennen oder Prickeln der Haut. Viele Patienten klagen besonders abends und nachts über solche Beschwerden. Typisch für die Nesselsucht ist, dass die einzelne Quaddel oft nur Minuten bis Stunden besteht. Die Erkrankung selbst kann jedoch lange andauern. Bei einer Erkrankungsdauer bis zu sechs Wochen spricht man von einer akuten Nesselsucht. Hält sie über sechs Wochen an, liegt eine chronische Nesselsucht vor.

Wie entsteht die Nesselsucht?

Ursache der Nesselsucht ist nach heutigem Kenntnisstand eine Überreaktion der so genannten Mastzellen. Mastzellen sind ein wichtiger Bestandteil des lmmunsystems. In großer Zahl finden sie sich unter anderem in der Haut. Geraten sie in Kontakt mit Fremdstoffen oder Krankheitserregern, schütten sie entzündungsauslösende Substanzen aus, so auch Histamin. Das freigesetzte Histamin läßt die Hautgefäße durchlässiger für Wasser werden, erweitert sie und trägt so zur Abwehr von Krankheitsauslösern bei. Diese Abwehrreaktion schießt bei der Nesselsucht über, die Mastzellen setzen auf weitgehend harmlose Reize hin übermäßig viel Histamin frei.

Wodurch wird Nesselsucht ausgelöst?

Bei der Nesselsucht können die Mastzellen bei einer Vielzahl von Reizen überreagieren. Bekannt sind unter anderem folgende Auslöser:

  • Allergien und so genannte Pseudoallergien, zum Beispiel auf Arzneimittel, Nahrungsmittel oder Konservierungsstoffe
  • Entzündungen und Infektionen, zum Beispiel Magenschleimhautentzündungen, Entzündungen der  Kieferhöhlen oder Pilzinfektionen
  • Streß
  • Wärme, Kälte oder Druck.

Wie läßt sich die Nesselsucht behandeln?

Nesselsucht ist eine ernst zu nehmende Erkrankung. Deshalb sollten Sie sich in jedem Fall an Ihren Arzt wenden.

Folgende Behandlungsmethoden haben sich bewährt:

    >   Die sicherste Therapie besteht darin, die auslösenden Reize zu meiden. Sind Nahrungsmittel oder Konservierungsstoffe die Ursache, ist dazu eine Diät erforderlich, die frei von den Krankheitsauslösern ist.

    >   Lassen sich die Auslöser nicht feststellen oder nicht vermeiden, helfen kühle, feuchte Umschläge und bestimmte entzündungshemmende Cremes oder Gele gegen den Juckreiz.

    >   Wenn äußerliche Maßnahmen nicht ausreichen, hat sich die innerliche Gabe von bestimmten Medikamenten, den so genannten Antihistaminika bewährt. Sie hemmen das entzündungsauslösende Histamin, das auch bei Allergien wie dem Heuschnupfen eine wesentliche Rolle spielt.

    >   Die modernen Antihistaminika machen üblicherweise nicht müde und hemmen oft auch andere körpereigene Stoffe, die Entzündungen auslösen.

Wo erhalten Sie Antihistaminika?

Antihistaminika erhalten Sie nur in Ihrer Apotheke.

Tipps bei chronischer Nesselsucht

  • Duschen und baden Sie mit lauwarmem Wasser, da heißes Wasser die Beschwerden verstärkt.
  • Essen Sie möglichst nur unbehandelte Nahrungsmittel, die frei von Farb- und Konservierungsstoffen sind.
  • Meiden Sie lange gereiften Käse. Frischmilch und Milchprodukte wie frische Sahne, Naturjoghurt und Frischkäse können Sie in Ihren Speiseplan aufnehmen, wenn sie frei von Zusatzstoffen sind.
  • Achten Sie darauf, frisches Fleisch zu verwenden. Meiden Sie bitte Wurst und zubereitetes Fleisch. Je länger Fleisch liegt, desto höher der Histamingehalt!
  • Meiden Sie Thunfisch, er ist histaminreich.
  • Alkohol kann die Histaminausschüttung fördern, besonders Rotwein. Meiden Sie am besten alle alkoholischen Getränke.
  • Obst sollten Sie wegen seines hohen Gehalts an Fruchtsäuren und Aromastoffen meiden.
  • Die meisten Gemüsesorten können Sie essen, meiden Sie jedoch Oliven, Tomaten, Paprika, Erbsen und Sauerkraut.

 

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an

Ihr Team der Römer-Apotheke

 

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