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Ginkgo, der Ur-Baum,
für bessere Durchblutung

“Daß ich Eins und doppelt bin"

Schon Goethe war fasziniert von diesem zweilappigen, tief eingekerbten  Blatt des lapanischen  Fächerblattbaumes, Ginkgo biloba. ,,Jenes bekannte wunderliche Blatt” regte Goethe zu seinem Gedicht ,,Gingo biloba" an. Goethe verband damit auch seine Liebe zu Marianne von Wlillemer, einer Bankiersgattin aus Frankfurt, und seine Begeisterung für die fernöstliche Dichtung und Philosophie. Das Gedicht nahm er später in das Buch Suleika des lyrischen Zyklus West-östlicher Divan (1819/20) auf.

 

Gingo biloba

Dieses Baums Blatt, der von Osten
Meinen Garten anvertraut
Gibt geheimen Sinn zu kosten
Wie´s den Wissenden erbaut.

Ist es ein lebendig Wesen
Das sich in sich selbst getrennt,
Sind es zwei die sich erlesen
Daß man sie als Eines kennt.

Solche Frage zu erwidern
Fand ich wohl den rechten Sinn,
Fühlst Du nicht an meinen Liedern
Daß ich Eins und doppelt bin.

                                                     J. W. v. Goethe

 

Faszination Ginkgo

Ginkgo biloba - poetischer Üherlebenskünstler mit heilsamer Wirkung
Der  heutige  Ginkgobaum, Ginkgo biloba, ist der  letzte  Sproß einer  280  Millionen Jahre  alten Pflanzenfamlie. Seit 60 Millionen Jahren hat er seine Form nicht mehr verändert, er ist also ein “lebendes Fossil". Viele dieser imposanten, geheimnisvollen Bäume stehen in China und Japan und sind zum Teil über 4000 Jahre alt. Im fernen Osten schmückt der Ginkgo Tempelanlagen, Alleen und Gärten.

Das Überdauern der unterschiedlichen Zeitepochen verdankt der Baum seiner bemerkens-
werten Robustheit und der großen Verehrung, die diesem Baum von den asiatischen Völkern entgegengebracht wird. Seine Unempfindlichkeit gegenüber Schädlingen, Feuersbrünsten und modernen Umwelteinflüssen hat ihn zum Straßenbaum von Tokio, New York und Los Angeles werden lassen. Selbst die schlimmste Katastrophe der Menschheit, den Atombombenabwurf auf Hiroshima hat der Ginkgo biloba überlebt. Nach einigen Jahren zeigten sich an einem sehr geschädigten Ginkgobaum wieder frische Triebe.

Es ist daher nicht erstaunlich, daß dieser Baum von den Buddhisten als heiliger Baum verehrt wird und in Asien als Symbol für Lebenskraft, Schönheit,Gesundheit und Widerstandsfähigkeit gilt.

Das Blatt

Besonders charakteristisch sind die Blätter des Ginkgo biloba-Baumes mit ihrer einzigartigen Fächerform. Im Frühlahr erscheinen die Blätter zartgrün, im Herbst fallen sie durch ihre schöne goldgelbe Farbe jedem Spaziergänger auf. Aus diesen Blättern wird in Asien Tee zubereitet, welcher bei der Therapie von Asthma, Ohrensausen, Angina pectoris und erhöhtem Blutdruck eingesetzt wird. Die zu Brei verkochten Blätter werden als Wundpflaster und bei Frostbeulen verwendet.

Ginkgo-Nüsse

 In Ostasien schötzt man Ginkgo biloba auch seiner ,,Nüsse" wegen, die aus den Samen-
anlagen der weiblichen Pflanze entstehen. Aufgrund dieser aprikosenähnlich aussehenden ,,Früchte" bzw. Samen bezeichnet man den Baum auch als ,,Silberaprikose". Nach Entfernen der fleischigen Außenschicht werden die Ginkgonüsse geröstet und oftmals rot eingeförbt. Traditionell reicht man sie zu Familienfesten und Hochzeiten. Der Extrakt der Ginkgonüsse wird seit Jahrtausenden bei Asthma, Husten, Nervosität, Wurmbefall und zur Beruhigung verwendet.

  Die Heilkrdfte des Ginkgo biloba

Die Medizin Chinas kennt seine Heilkräfte seit Jahrtausenden. Noch heute werden dort Ginkgo-
nüsse und Ginkgoblätter eingesetzt. Der weltweite “Siegeszug” des Ginkgo biloba als Arzneipflanze begann in Europa nach dem Zweiten Weltkrieg. In Deutschland stellte in den 60er Jahren eine Forschergruppe fest, daß der nach  einem bestimmten  Verfahren gewonnene Extrakt  aus  Ginkgoblättern durchblutungsfördernde Eigenschaften besitzt.
Er verbessert die Durchblutung von Armen und Beinen und erleichtert dadurch beispielsweise das Gehen. Den Blutfluß im Gehirn beeinflußt er ebenfalls positiv. Die Gedächtnisleistung steigt, Vergeßlichkeit und Konzentrationsstörungen nehmen ab. Auch zur Linderung bei Schwindel, Ohrensausen und Ohrgeräuschen werden Ginkgo-Extrakte häufig erfolgreich eingesetzt. Bis heute wurden noch zahlreiche weitere Wirkungen des Ginkgo-Extraktes erforscht. Zum Beispiel bieten die Extrakte einen Schutz vor besonders aggressiven freien Radikalen des Sauerstoffes, das heißt Auszüge von Ginkgoblöttern wirken ähnlich schützend wie Vitamin C und Vitamin E.

Wie entsteht ein Arzneimittel aus den Ginkgoblättern?

Ein Medikament mit Ginkgoextrakt hat einen weiten Weg hinter sich. Gepflückt und getrocknet werden die Blätter des Ginkgobaumes im herbstlichen Korea und Japan. Zu Ballen gepreßt finden sie dann ihren Weg nach Europa. Nahezu 20 aufeinander folgende Schritte sind notwendig, um die wirksamen Bestandteile der Ginkgoblötter mit Hilfe von Wasser und Alkohol zu extrahieren. Der Wirkstoff-Auszug wird immer in der gleichen Weise nach einer genauen Vorschrift hergestellt; dies gewöhrleistet eine gleichbleibende hohe Qualitöt des  Extraktes  und seiner Zusammensetzung. Anschließend wird der flüssige Auszug  der Ginkgoblötter getrocknet und dadurch stark konzentriert. Nur noch den fünfzigsten Teil der getrockneten Blätter macht dieser getrocknete Extrakt aus, deshalb ist er viel wirksamer. Der Trockenextrakt wird dann nach modernen Produktionsverfahren und unter stöndigen Qualitätskontrollen zu fertigen  Arzneimitteln  verarbeitet.

Bei Fragen wenden Sie sich bitte an

Ihr Team der Römer-Apotheke

 

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